Aufgeschlossen - Warten auf Weihnachten

Es ist wieder Advent geworden. Wir bereiten uns auf Weihnachten vor. Auf das Fest der Geburt Jesu. Auf das Fest, dass Gott in unsere Welt kommt. Aber Advent ist mehr als die Vorbereitung auf Weihnachten. Wir warten nicht nur auf Weihnachten. Wir warten auf diesen Jesus: dass er heute in unser Leben komme, in unsere Welt. Aber wer ist dieser Jesus? Der Evangelist Matthäus zitiert den Propheten Sacharja: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers. Das ließ die Menschen aufhorchen. Vom Trara und Pomp von Königen und Mächtigen hatten sie die Nase voll. Wer ist der, der da kommt? Sanftmütig und reitet auf einem Füllen. Ja, sanftmütig ist er, dieser Jesus. Und sanftmütig ist der, in dessen Namen er kommt. Barmherzig, gnädig, geduldig und von großer Güte heißt es schon in den Psalmen über Gott. Wer ist der, der da kommt? Sanftmütig aber nicht leidenschaftslos. Unmittelbar nach dem Einzug in Jerusalem knöpft sich Jesus den Tempel vor. Oder besser gesagt das, was die Mächtigen daraus gemacht hatten: einen völlig durchkommerzialisierten Gottesbetrieb, in dem die Geschäfte und nicht Gott das wichtigste waren. Wir können die Menschen gut verstehen, die ihre Kleider auf die Straße legen und Palmzweige dazu, damit Jesus, dieser so wohltuend andere König, bei ihnen einziehen möge. Doch am Ende fragen auch sie: Wer ist der? Vielleicht ist das der Sinn der Adventszeit: Wieder neu nach dem zu fragen, der sanftmütig aber nicht leidenschaftslos ist. Er verzichtet auf Trara und Glanz und Gloria und ist dennoch ein König. Fragen wir in den vor uns liegenden Adventswochen nach dem, der da kommt im Namen des Herren. Denn genau der kommt zu uns.

Dr. Matthias Büttner, Dekan in Bad Neustadt