Aufgeschlossen - Tag des Gedenkens und der Dankbarkeit

Der kommende Sonntag ist in der evangelischen Tradition dem Gedenken an die Verstorbenen gewidmet. In den Gottesdiensten erklingen nochmals ihre Namen. Und wir suchen, wo möglich, die Orte auf, an denen sie ihre letzte Ruhe gefunden haben; so wie dies unsre katholischen Geschwister schon vor drei Wochen an Allerheiligen/Allerseelen getan haben. Ein Tag des Gedenkens, an dem die Trauer über das Verlorene sich – hoffentlich -  verbindet mit der Dankbarkeit für alles Gewesene und gemeinsam Erlebte.

Der Tag trägt noch einen zweiten Namen: Ewigkeitssonntag. Damit wird aus dem gedenkenden Blick zurück einer, der nach vorne schaut, auf das Ende der Zeit und das Kommen einer neuen Welt.

Auch damit tut sich so mancher - Glaube hin oder her - nicht ganz leicht. Mit dem Totensonntag verbinden wir zwar schmerzhafte, aber doch sehr reale und handfeste Bilder, Erfahrungen und Gefühle. Dagegen scheint die Hoffnung, dass jenseits des Todes das Eigentliche und Beste erst noch warten könnte, viel weniger greifbar und konkret. Der Tod scheint gewiss, aber die Ewigkeit?

Zugleich gehört dies aber wohl zum Wesen der Hoffnung. „Hoffnung, die wir schon sehen, ist keine Hoffnung“, schreibt Paulus einmal. Und so leben wir, was den Ewigkeitssonntag angeht, doch eher im  Glauben und Hoffen, noch nicht im Schauen.

Am Rhön-Klinikum begehen wir das Gedenken an die Verstorbenen seit vielen Jahren in einem ökumenischen Gottesdienst; und suchen dabei gemeinsam und tastend nach Worten und Bildern für unsere Hoffnung auf die Ewigkeit. Herzliche Einladung dazu am kommenden Dienstag um 18.45 in die Kapelle der Herzklinik.

Pfarrer Harald Richter, Klinikseelsorger