Aufgeschlossen - Kircheneintritt gegen Rechts

Der Herbst zieht ins Land und die Schönheit der bunten Wälder fasziniert mich - wieder einmal. Ich könnte 1000 Fotos machen! Und ich denke mir, als jemand der schon bald an die Ruhestandsgrenze kommt: Das Alter, der Herbst des Lebens, muss nicht grau und nebelig sein. Da gibt es viel Kraft und Weisheit die, im Sommer gesammelt, jetzt aufleuchtet und das Leben ganz anders erstrahlen lässt.

Bei steigender Lebenserwartung in Gesundheit ist im Herbst das Leben noch lange nicht zu Ende. Reden wir also von der nächsten Lebensphase, nicht vom Ausrangiert-Werden.

Menschen über 65 werden heute gebraucht. Ihre Erfahrung, Ihr Engagement, Ihre Einsatzbereitschaft, ihr Ehrenamt. Und schauen Sie mal hin, wie viele gute Beispiele es gibt: Da sind Menschen in einer Senior-Partnerschaft bereit, den Jungen in der Ausbildung zu helfen; den Menschen auf der Flucht beizustehen, weil Sie Flucht und Vertreibung vielleicht selbst schon erlebt haben; mit ihrem Wissen im Betrieb weiterzuhelfen, wo Lösungen schwierig sind; Familien oder allein-erziehenden Elternteilen unter die Arme zu greifen; eine erkrankte Kollegin im Geschäft zu vertreten, damit sie Zeit hat, wieder ganz gesund zu werden. Ich sehe und erleben so viele gute Beispiele und  so viele Menschen, die anpacken und mithelfen, dass ich für die Zukunft viel Gutes sehe. Auch wenn viele fremde Menschen dazukommen, - am Ende könnte jeder 81. ein Fremder sein, wenn 1 Million kommen, von Überfremdung keine Spur!  - dann sehe ich: „Wir schaffen das.“

Ja, unsere Bundeskanzlerin hat recht, und sie tut was gegen rechts, wo braune Augenbinden die Sicht auf die hohe Qualität der Menschlichkeit in unserem Land offensichtlich verdeckt. Und wie eine Statistik zeigt, sind die Menschen, die regelmäßig einen Gottesdienst besuchen besonders hoch motiviert zu helfen. Ja, das hat was, ob ich dem Geld oder dumpfen Grollern nachlaufe oder Gott dem Allmächtigen. Da meine ich, hätten wir noch Potential in unserem Land. Kircheneintritt gegen rechts. Aktiver Glaube mit Hoffnung, Liebe und Zuversicht gegen Angst vor Überfremdung. Sonntag als Tag der Besinnung - auch für bayrische Politiker. Davon träume ich, weil ich überzeugt bin: Hier liegt die Lösung! Es grüße und segne Sie Gott!

Joachim Pennig, evang. Stadtpfarrer in Münnerstadt