Aufgeschlossen - Wie heißt das Zauberwort?

Vielleicht kennen Sie diese Frage, die Eltern ihren Kindern oftmals im Beisein anderer stellen. Meist geht es entweder darum, dass die lieben Kleinen unbedingt etwas möchten und das „Bitte“ beim Äußern des dringenden Wunsches vergessen haben. Oder aber es fehlt das „Danke“ für ein erhaltenes Präsent.

Manchmal denke ich, wir Erwachsenen sollten von Zeit zu Zeit auch jemanden an unserer Seite haben, der uns daran erinnert, dass kleine Worte eine große Wirkung haben können.

Ein „Bitte“ verhindert, dass ein anderer sich nur als Befehlsempfänger empfindet. Einer, der bittet, signalisiert immer ein wenig Demut und Achtung vor dem Gebetenen im Sinne von: „Ich weiß, dass ich Dich dazu auffordere etwas zu tun, was vielleicht nur zu meinem Vorteil dient, Du aber brauchst es für Dich eigentlich gar nicht…“  Und deshalb auch: „Danke, denn es ist nicht selbstverständlich, dass Du mir hilfst oder mir etwas gibst.“

Und ja, es stimmt, mancher Zeitgenosse begegnet uns brummig und unwillig, auf sich und seine Welt bezogen, im Sinne „Störe mich nicht!“ oder gar „Das ist meins, Finger weg!“, „Habe mit mir genug zu tun, mir hilft auch keiner“.

Der Kabarettist Dieter Hildebrandt hat sinngemäß einmal formuliert: „Anstatt darüber zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir Menschen lieber dankbar dafür sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen.“ Stimmt doch, oder? Also:

Bitte, lieber anderer Mensch, nimm Teil an meinem Leben, teile mit mir einen Moment des Lebens, das macht glücklich und zufrieden, Dich und mich. Und: Danke für alles, was mir dabei richtig gut tut, v.a. weil ich vergessen hatte, so zu fühlen.

- Kinder können das gut, bitten und auch danken. Mir zumindest geht dann immer das Herz auf, wenn ich in ein offenes Gesicht schaue, das sich mir dabei ganz zuwendet.

Mal wieder von ganzem Herzen und bewusst Danke sagen ist an diesem Sonntag dran, wenn die Kirchengemeinden Erntedank feiern!

Ein wunderschönes Erntedankfest wünscht Ihnen

Ihre Marion Ziegler, Pfarrerin in der Klinikseelsorge der Neurologischen Klinik, Bad Neustadt, und im Schuldienst