Aufgeschlossen - Was unsere Welt besser macht

„tempora mutantur“, die Zeit bleibt nicht stehen sondern verändert sich und wir uns mit ihr. Ein Sprichwort vermutlich aus dem 16. Jahrhundert, in dem die Reformation unser Land veränderte wie nur wenige vergleichbare Bewegungen der Geschichte. Und Veränderungen polarisieren immer, weil die einen mehr und die anderen Menschen weniger flexibel darauf eingehen.
Die Völkerwanderung, die wir derzeit nach Europa hin erleben, erschüttert unser Land auch. Wir spüren, dass unser Leben nicht so bleiben kann, wie es bisher war. Das macht Menschen Angst. Dabei war und ist es absehbar, dass der auf Kosten vieler Menschen in der Welt angehäufte Reichtum und Wohl-stand irgendwann seinen Preis fordert. Wer mit wachen Augen und Sinn durch die Welt reist und nicht nur in Hotel-Ghettos Wiener Schnitzel und Münchner Bier verdrückt, kann das allerorten gewahr werden. Die unsägliche Armut in Griechenland, die europäischen Müllberge in Zentralafrika, die ausbeuterischen Fabriken in Fernost, die Naturplünderung in Südamerika. Und wer sich politisch nur über die ganz normale Tageszeitung informiert, bekommt mit, wie westliches Machtstreben östliche Völker in katastrophale Situationen treibt und mit schuld ist an so manchem unhaltbaren Zustand.
Die Antwort auf die Frage, was unsere Welt besser machen könnte steht in der Bibel: Nur die Wahrheit macht frei! Und Wahrheit braucht Bildung und Ethik, den Blick für Anderes und Fremde ebenso, wie die Empfindsamkeit für das Menschliche und die Seele. Wahrheit braucht den religiösen Menschen. Jede und jeder kann das beobachten, dass die Welt schlechter, brutaler, unmenschlicher geworden ist, je mehr Menschen der Kirche den Rücken gekehrt haben.
Ja, es ist nicht alles Gold was glänzt und auch in der Kirche sind Menschen am Werk, die Fehler machen. Aber Menschen werden nicht besser, weil sie Kirche austreten. Sie haben dann nur keine Vergebung und keine Nächstenliebe mehr, die kennt nämlich nur das Neue Testament und unterscheidet sich unter anderem genau darin auch von allen anderen Religionen dieser Welt.
Deshalb bin ich gern Pfarrer und werbe für Kirche, weil mir die Wahrheit lieb ist und ich möchte dass es der Welt besser geht. Mit einer Kirche, in der viele mitarbeiten die gute Ideen haben und bereit sind sich zu engagieren. Sie vielleicht.

Joachim Pennig,  evang. Stadtpfarrer in Münnerstadt