Aufgeschlossen - Sehnsucht

Sehnsucht - die innere Triebkraft für eine heile, schöne, harmonische Welt bestimmt uns Menschen weithin. Sehen wir das in Gefahr, entsteht Angst. Lässt die Angst nicht nach, wird sie zur Furcht. Und Furcht macht krank, zerstört, belastet, setzt Wut-Kraft und Kampf-Aggression frei. Dieses Gefühl bei Menschen zu verstärken oder es gar einzuspannen für eigene Machtvorteile scheint mir nicht nur dumm und unverantwortlich sondern auch geradezu verbrecherisch.

Und doch fallen reihenweise Menschen auf diese Methode heutzutage herein, bei uns in Form von Pegida und AfD und anderswo heißen die Namen LePen, Wilders oder Trump.

Was wir brauchen sind Lösungen und keine Angstmache. Was wir brauchen sind nicht Wut-Bürger, sondern Mut-Bürger. Was wir brauchen sind Hoffnungen und Perspektiven statt Parolen und Hass.

Zugegeben, Politik und Kirche sind nicht unschuldig. Doch die Alternative kann nicht heißen: Wir sind dagegen. Also: Wo sind die Kräfte, die anpacken und helfen, die gestalten und regieren, die Menschen zum Guten bewegen und eintreten AUCH für die Ausgegrenzten und Schwachen?

Auch Atheisten und Muslime in unserem Land feiern dieser Tage  - wenn auch sehr verschieden -Weihnachten. Und das darf sein. Es wäre gut zu überlegen, woher dieses Fest kommt, mit geschmückten Städten, mit Sternen und Lichtern, mit bunten Bäumen, reichlich Liedern und vielen Geschenken.

Es gibt das alles, weil Gott Mensch wurde. Das ist das Vorbild-Verhalten Gottes an Weihnachten. Dieses Vorbild hat vor 2000 Jahren das Gesicht der Welt verändert. Menschen haben kapiert, dass Vergebung mehr Leben ermöglicht, als Rache und Vergeltung; dass Liebe mehr unsere Sehnsucht stillt, als Hass und Gewalt; dass Verstehen und Verstanden werden stärkere Kräfte sind, als Aggression und Kampf. Weil die innerste Sehnsucht des Menschen eben ist, in einer heilen, schönen und harmonischen Welt zu leben. Weil das aber dem Egoismus und Machtstreben einiger weniger widersteht, wollen sie uns weismachen, dass das Böse und Hässliche schön sei.

Sagen Sie mal selbst: Was ist Ihnen wichtig? - Ich wünsche Ihnen eine gute Vorbereitung aufs Fest und dann frohe und gesegnete Weihnacht. Machen wir‘s wie Gott-werden wir Mensch.

Joachim Pennig, evangelischer Stadtpfarrer Münnerstadt