Aufgeschlossen - Nothelfer als Anstoßgeber

Gehören Sie zu den Wallfahrern und Wallfahrerinnen, die jedes Jahr nach Vierzehnheiligen laufen oder mit dem Rad dorthin fahren? Oder fühlen Sie sich in der Wallfahrtskirche einfach wohl, so dass Sie ab und zu sagen: „Da fahren wir mit dem Auto hin, kehren ein in die Kirche, treten an den Gnadenaltar mit den vierzehn Nothelfern und halten inne.“

Gerade in den Sommermonaten ist einer der vierzehn Nothelfer ein guter „Anstoßgeber“. Wissen Sie, warum?

Ein einziger von den vierzehn Nothelfern ist kein Märtyrer. Als einzigem ist ihm nicht wie den anderen wegen seines Glaubens das Leben genommen worden. Trotzdem wurde er in den Altar aufgenommen, der Heilige Ägidius. Er soll sich im Rhone-Tal in Frankreich in die Einsamkeit zurückgezogen haben, um dort Gott näher zu sein.

Alle Nothelfer im Altar sind Märtyrer, nur der eine nicht und der ist ein Einsiedler! Das ist doch gar nicht besonders, oder? Zumindest nicht so besonders im Vergleich zu den andern, dass er es verdient hätte, in diesem Altar zu sein, oder? Denkt man zumindest…

Vielleicht brauchen wir so einen heute mehr als jemals zuvor – einen, der uns erinnert, dass wir durchaus einmal Abstand brauchen von unsrem Alltag, um zur Ruhe zu kommen, aufzuatmen, inne zu halten. Einen, der uns erinnert, dass wir uns immer wieder auf uns selbst besinnen dürfen – und auf Gott.

Ob wir nun katholisch sind oder evangelisch, ob wir nun mit Heiligen und Nothelfern etwas anfangen können oder nicht, ob uns die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gefällt oder nicht - woran uns der Heilige Ägidius erinnert ist entscheidend.

Nehmen Sie sich in diesen Sommer-, Sonnen-, und Ferientagen bitte Zeit! Gott lädt Sie dazu ein.

Herzlich grüßt Sie
Beate Hofmann-Landgraf, Pfarrerin in Irmelshausen, Höchheim und Rothausen