Aufgeschlossen - Aussortieren und Entsorgen

Aussortieren und dann entsorgen. Das tut manchmal ganz gut. Ganze Bücher werden inzwischen gefüllt mit Überlegungen zum Aufbewahren und Wegwerfen.

So ist das manchmal auch mit unserem Bild, das wir von Gott haben.

Kennen Sie die Geschichte von dem kleinen Jungen, der zusammen mit anderen Kindern aufgefordert wurde, sein Bild von Gott zu malen? Dazu bekam er wie die anderen Kinder ein weißes Blatt und während die anderen Kinder malten, blieb sein Blatt leer.

---- Nur nebenbei: was hätten Sie denn gemalt? ---

Ein klares Bild von Gott, wäre das gut? So ist er! Und dieser Gott soll uns tragen und Halt geben, am besten von Kind auf unser Leben lang und wenn möglich, auch darüber hinaus.

Und dann werden durch unsere Erfahrungen, die wir machen, diese Bilder „über den Haufen geworfen“. Auf einmal finden wir Gott nicht mehr in den Erzählungen und Geschichten und auch nicht darin, dass man uns von Gott erzählt. Wir finden ihn anders. Wir erleben ihn als den ganz Unfassbaren, der sich unserem Beschreiben und Erklären entzieht. Wir finden ihn, indem wir alle vertrauten Bilder von ihm nicht nur ablegen, sondern uns davon trennen. Entsorgen. Wegwerfen.

Es gibt Menschen, die haben ihre Gottesbilder weggeworfen, weil keines dieser Bilder Gott mehr fassen kann. Es gibt Zeiten in unserem Leben, in denen wir unsere Gottesbilder wegwerfen, weil keines dieser Bilder Gott mehr fassen kann.

Was bleibt? Gott selbst.

In der Geschichte sagt der Junge: „Gott, für mich bist du ein Geheimnis.“

Das ist Glaube an Gott, der größer ist als alles Begreifen und Verstehen. Was für ein Glaube! Was für ein Gott! Er trägt – trotz allem!

Herzlich grüßt Sie

B. Hofmann-Landgraf, Pfarrerin in Irmelshausen, Höchheim und Rothausen