Aufgeschlossen - Lebensberge

Als Trendsport Nummer eins wurde es kürzlich bezeichnet, und noch dazu als der Trendsport, der glücklich macht: das Wandern. Es ist die ursprünglichste Fortbewegungsart des Menschen. Und am schönsten finde ich das Wandern in den Bergen. Was für ein erhebendes Gefühl, wenn man vom Gipfel des Himmeldunkbergs oberhalb von Bischofsheim den herrlichen Ausblick genießt! Aber steigen allein deshalb Menschen auf Berge, sozusagen aus ästhetischen Gründen? Manchmal kommt man ja um einen Berg nicht herum und muss deshalb über ihn hinwegwandern. Und das gilt nicht nur für die Berge, die man bewandern kann, sondern erst recht für die Lebensberge im übertragenen Sinn. Arbeitsberge zum Beispiel; wenn die an uns herangetragenen Ansprüche einfach zu viel werden. Oder Beziehungsberge. Niemand von uns lebt für sich allein auf einer einsamen Insel. Wir müssen mit den Menschen in unserem Lebensumfeld zurecht kommen. Oder der Berg einer Krankheit, den jemand zu überwinden sucht. Berge waren also schon immer ein eindrucksvolles Bild für die Herausforderungen des Lebens. In Psalm 121 heißt es: Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht. Ja, Lebensberge gibt es zuhauf, die uns herausfordern. Ich glaube, dass gerade deshalb uns die Wanderberge erinnern wollen an den, von dem Menschen zu allen Zeiten Hilfe für ihre Lebensberge bekommen haben. Vielleicht denken Sie daran, wenn Sie sich in diesen Ferienwochen zum Wandern in die Berge hier bei uns oder anderswo aufmachen: dass all unsere Hilfe von dem HERRN kommt, der Himmel und Erde gemacht hat.

Dr. Matthias Büttner, Dekan in Bad Neustadt